Naturheilkunde für Kinder
Naturheilkunde - Was ist das?
Kräuter, Wickel, Umschläge oder Kompressen: Natürliche Behandlungsmethoden bei Kinderkrankheiten sind wieder im Kommen und Versprechen ganzheitliche Hilfe. Doch bevor Sie Ihr Kind selbst behandeln, möchten wir Sie mit dieser Einführung über das Wesen der Naturheilkunde und die Grenzen der Selbsthilfe informieren. Sollte dieses Thema für Sie neu sein, möchten wir Ihnen hier die Gelegenheit geben, sich mit dem Grundgedanken des natürlichen Heilens vertraut zu machen.
Natürlich behandeln heißt, das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.
Die Überwindung einer Krankheit benötigt Zeit und Geduld, es sollte nicht das Symptom, sondern der ganze Mensch behandelt werden. Mit einer natürlichen Behandlung sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden. Naturheilkunde schöpft aus einem jahrhundertealten Erfahrungsschatz. Eine Schädigung des Körpers, wie er z. B. durch die Behandlung mit Antibiotika oder fiebersenkenden Mitteln möglich ist, wird ausgeschlossen. Naturheilkunde zielt auf die Krankheitsursachen und nicht auf die Symptome.
Naturheilverfahren sind dort angezeigt, wo es um die Behandlung leichterer Beschwerden und Krankheiten ankommt. Auf eine Abklärung mit Ihrem Arzt sollten Sie dennoch nicht verzichten.
In krankheitsfreien Zeiten können Sie mit Naturheilkunde einer Infektanfälligkeit oder Allergieneigung vorbeugen. Bei akuten Krankheiten bietet sich die Naturheilkunde als Sofortmaßnahme an, also als Anwendung, bevor Sie einen Arzt zurate ziehen können. Auch bei leichteren Verletzungen können Sie problemlos auf die Naturheilkunde zurückgreifen
Wenn Sie sich dem Naturheilverfahren dazu geneigt fühlen, sollten Sie auch eine dauerhafte Umstellung auf gesunde, vollwertige Ernährung überdenken. Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage eines gesunden Gleichgewichts zwischen Körper, Geist und Seele.
Bei der natürlichen Behandlung kommen
Kräutertees, Umschläge, Kompressen, Auflagen, Inhalationen und Einläufe zum Einsatz.
Wasser und Wärme werden als heilsame Reize eingesetzt, Bettruhe hilft, die Krankheit ausheilen zu lassen und zum Beispiel einer Infektanfälligkeit vorzubeugen.
Bei Fieber
Ein gutes Beispiel für die Strategie der Naturheilkunde, nicht die Symptome zu bekämpfen, sondern die Krankheitsursache im Auge zu behalten, ist das Fieber. Fieber tritt zum Beispiel dann auf, wenn der Körper den Kampf gegen einen Krankheitserreger aufgenommen hat. Häufig werden Medikamente verschrieben, die das Fieber senken, so als sei das Fieber die eigentliche Krankheit.
Der Patient fühlt sich wohler und besonders kleinere Kinder neigen zu stärkerer Aktivität. Doch dies ist falsch: Die Auswirkung des Fiebers, Unwohlsein, Mattigkeit und Trägheit, sollen ja gerade den Patienten ins Bett und zur Ruhe zwingen und somit die Genesung fördern. Das Abheilen von Husten oder Schnupfen infolge einer Grippe kann sich, wenn die Bettruhe nicht konsequent eingehalten wird, länger hinziehen.
Fieber wohnt eine Heilwirkung inne, indem es die Bildung körpereigener Abwehrstoffe unterstützt. Zudem werden die Lebensbedingungen von Viren und Bakterien bei einer erhöhten Körpertemperatur deutlich eingeschränkt, Giftstoffe der Bakterien oder Viren, werden durch Fieber schneller ausgeschieden.
- Sie sehen: Fieber selbst ist keine Krankheit sondern ein Symptom.
Heilpflanzen und Ihre Wirkung
Vielen von uns ist die Gabe von Heilpflanzen - ob als Tee, Tinktur oder Einreibemittel - noch aus der eigenen Kindheit vertraut. Schade, dass dieses natürliche Wissen durch die Flut synthetischer Medikamente und deren intensive Bewerbung teilweise verloren gegangen zu sein scheint.
Bei Magen - und Darmbeschwerden
Anissamen haben sich hervorragend als Tee gegen Blähungen bewährt. Gleiches gilt für den Fenchelsamen, sodass sich eine abwechselnde Verabreichung als Teeaufguss anbietet. Auch Kümmel wirkt gegen Blähungen, Pfefferminzblätter allgemein bei Magen-Darm-Störungen in Maßen, ansonsten können Reizungen auftreten.
Brombeerblätter helfen gegen Durchfall, Heidelbeeren wirken zusätzlich bei Mukoviszidose und Zöliakie (keine Anwendung in der Schwagerschaft!)
Kamillenblüten eignen sich nicht nur, um Magen oder Darmbeschwerden zu behandeln, auch die Verwendung der Blüten gegen Mandel- und Zahnfleischentzündungen verspricht Erfolg.
Bei Erkältungskrankheiten
Eine Erkältungskrankheit wird durch die Übertragung von Viren durch winzige Tröpfchen verursacht. Auch die Virusgrippe wird so übertragen, tritt im Endeffekt aber seltener auf, wobei sich die Beschwerden von grippalem Infekt und Virusgrippe nur gering unterscheiden.
Erkältungskrankheiten beeinträchtigen die Atemwege, es kommt zu Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Ohrenentzündungen, Entzündungen in Rachen und Mundhöhle, Mandelentzündung, Entzündungen der unteren Atemwege oder gar zu Lungen- und Rippenfellentzündungen. Zweimal im Jahr ist Saison für Erkältungskrankheiten. Echinacea- Tinktur wirkt vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten, indem es die Abwehrkräfte stärkt. Es ist ein Auszug aus der Petargoniunwurzel und unterstützt die Heilung bei Infektionen der oberen Atemwege.
Hagebutten, die einen besonders hohen Vitamin - C - Gehalt aufweisen, werden als Tee zubereitet und dienen auch zur Stärkung der Abwehrkräfte. Schwarze Johannisbeeren und Sanddorn, die ebenfalls stark Vitamin-C-haltig sind, werden als Säfte verabreicht.
Bei Husten
Huflattichtee wirkt bei Husten krampflösend und sekretionsfördernd, genauso wie Spitzwegerichtee, der aber mehr bei trockenem Husten zum Einsatz kommt. Als entzündungshemmendes Hustenmittel hat sich auch Eibisch bewährt. Lindenblütentee wirkt durch seine das Schwitzen anregende Wirkung besonders gut bei fieberhaften Erkrankungen, Grippe, Husten und anderen Erkältungskrankheiten. Salbeiblätter helfen bei Halsentzündungen, wirken aber im Gegensatz zu den Lindenblüten schweißhemmend.
Kamille findet aufgrund der entzündungshemmenden, wund heilenden und krampfstillenden Wirkung auch bei Erkältungskrankheiten Anwendung.
Bei Hals- und Mandelentzündungen kann auch Blutwurz zum Gurgeln verwendet werden.
Am Ende sei auch der Eukalyptus genannt, dessen ätherische Öle desinfizierend wirken und in vielen Fertigpräparaten vorkommen.
Bei nervösen Beschwerden
Baldrian-Tinktur wird als Tropfen verabreicht und hilft gegen Schlaflosigkeit und nervöse Reizzustände, es wirkt entspannend und entkrampfend. Auch Melisse hat sich als Einschlafhilfe bewährt.
Allgemeine Hinweise
Erkältungskrankheiten, Nervosität oder Magen-Darm-Beschwerden treten sicherlich am häufigsten auf. Aber auch für andere Erkrankungen hält die Natur heilsame Kräuter parat:
- Johanniskraut-Ölauszug eignet sich als Einreibemittel bei Nervenverletzungen.
- Calendula fördert die Heilung offener Wunden und die Narbenbildung.
- Verstauchungen, Verrenkungen, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen können mit Arnika-Essenz erfolgreich behandelt werden.
- Stiefmütterchenkraut hilft als Auflage gegen nässende Ekzeme.
Bei Fragen zu den verschiedenen Kräutern nutzen Sie unsere Beratung (Tel: 0800 367 67 67). Oder informieren Sie sich bei Ihrem Kräuterfachhandel über die Zubereitung und Anwendung der Heilkräuter.
Die Zubereitung als Tee, Gurgelmittel, Einreibemittel oder Kompressen erfordert verschiedene Mengenangaben und Zubereitungstechniken, die Sie unbedingt beachten sollten.
Prinzipiell sollten Sie bei der Wahl Ihres Kinderarztes auch seine naturheilkundliche Kompetenz berücksichtigen, sofern Sie das Konzept der Naturheilkunde überzeugt.
Es ist nicht notwendig, dass Ihr Arzt nur ausdrücklich Naturheilkunde praktiziert, sondern dass er sich mit der Anwendung und Heilkraft von Kräutern auskennt und Sie entsprechend beraten kann.
Inhalt
- Willkommen
- Was tun bei Fieber
- Was tun bei Verstopfung
- Was tun bei Verbrennungen
- Wie verabreicht man Kindern Medizin
- Naturheilkunde für Kinder
- Kinderimpfungen
- Der erste Zahn
- • Impressum
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